Magdeburg,

19.Juni

Datum: 19.06.2012


Ein Auto für den Trainer +++ Air Magdeburg bietet viel Programm für Flugbegeisterte +++ Bunt statt Blau, Sozialminister zeichnete Schulklasse aus +++ Floorball Stadtliga, Nachlese vom Sonntag

Studie: Magdeburg ist auf Platz 37 der nachhaltigsten Städte Deutschlands
- Rang 4 in der Kategorie Energie und Verkehr im WirtschaftsWoche Sustainable City Indikator- Vorletzter Platz bei der Demografie- Platz 43 in der Kategorie Wirtschaftskraft- Verbesserungspotenzial vor allem in der Kategorie Soziales (Platz 45)Magdeburg erreicht beim Nachhaltigkeits-Ranking der WirtschaftsWoche Platz 37 und rangiert damit im unteren Drittel. Erstmals sind die 50 größten deutschen Städte auf ihre Nachhaltigkeit mit einem ganzheitlichen Ansatz anhand von 56 nicht nur ökologischen, sondern auch sozial-ökonomischen Einzelkriterien für den WirtschaftsWoche Sustainable City Indikator (WWSCI) wissenschaftlich untersucht worden.Relativ weit vorne liegt Magdeburg mit Platz 4 im Bereich Energie und Verkehr in dem vom Wirtschaftsmagazin WirtschaftsWoche in Zusammenarbeit mit den Forschern des Instituts für Weltwirtschaft, von Kiel Economics und der Christian Albrechts Universität zu Kiel entwickelten und von Veolia Umweltservice unterstützten Nachhaltigkeits-Städteranking. Dabei kommt Magdeburg bei der Subkategorie Energie sogar auf den ersten Platz und in der Subkategorie Verkehr auf Platz 23. Der Pro-Kopf-Stromverbrauch in den privaten Haushalten liegt mit jährlich 1.487 kwh deutlich unter dem Durchschnittswert aller untersuchten 50 Städte (1.834 kwh). Nur in Erfurt (1.391 kwh) und Rostock (1.649 kwh) wird noch weniger Strom verbraucht. Außerdem werden überdurchschnittliche viele Mittel von der KfW Bankengruppe zur Gebäudesanierung abgerufen. Bei der Pkw-Dichte sind die Magdeburger aber nur durchschnittlich. Sie beträgt in der Stadt 43,9 Autos je 100 Einwohner (Durchschnittswert: 44,5 Pkw).
In der Kategorie Humankapital (Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildung und Kinderbetreuung) belegt Magdeburg mit Platz 31 eine Position im unteren Mittelfeld. Dabei schneidet sie in der Kinderbetreuung mit Platz 16 überdurchschnittlich ab und hat sogar die höchste Betreuungsquote bei den Kleinkindern in allen untersuchten Städten (51,9% im Vergleich zu 19,3 Prozent im Durchschnitt). Die Betreuungsquote bei den Kindern im Vorschulalter ist allerdings nur durchschnittlich (92,2% im Vergleich zu 91,6%). Der Betreuungsschlüssel ist schlechter als bei den meisten anderen Städten: Während ein pädagogisch geschulter Betreuer im Durchschnitt aller Städte nur 7,8 Kinder betreut, sind es in Magdeburg 10,5 Kinder; nur in Dresden, Leipzig und Chemnitz ist das Verhältnis mit 11,4 noch schlechter. Auf Platz 39 liegt Magdeburg bei den Beschäftigungsmöglichkeiten: Die Arbeitslosenquote beträgt 12,5 % (Durchschnitt: 10,0 %), die Jugendarbeitslosenquote liegt bei 12,0 % (Durchschnitt: 8,8 %). Im Bereich Bildung erreicht die Stadt insgesamt Platz 20. Der Anteil der Studierenden pro 1.000 Einwohner ist mit 79,9 überdurchschnittlich hoch (Durchschnittswert: 64,9).Verbesserungspotenzial im Bereich Umwelt

In der Kategorien Umwelt (Luftqualität, Flächennutzung und Abfallmanagement) rangiert die Landeshauptstadt auf Platz 38. Die Luftqualität ist mit Rang 42 deutlich schlechter als der Durchschnitt der übrigen Städte. Die Feinstaubbelastung liegt an 26 Tagen im Jahr über dem Grenzwert (Durchschnittswert aller 50 untersuchten Großstädte: 21 Tage) und die Ozonbelastung an 23 Tagen (Durchschnitt: 14 Tage); dieser Wert ist nur in Wiesbaden mit 25 Tagen und Kassel mit 24 Tagen schlechter. Die Stickstoffdioxidbelastung rangiert mit 20,0 μg/m3 pro Jahr dagegen unter dem Durchschnittswert (24,0 μg/m3). Die Stadt belegt im Bereich nachhaltige Flächennutzung Platz 23 im Nachhaltigkeits-Ranking. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der gesamten Stadtfläche ist mit 46,4 % niedriger als der Durchschnitt aller Städte (52,2 %). Gleichzeitig ist aber auch der Anteil der naturnahen Flächen an der gesamten Stadtfläche mit 15,5 % schlechter als der Durchschnitt aller Städte (19,6 %). Im Bereich Abfallmanagement rangiert Magdeburg nur auf Platz 39. Das Hausmüllaufkommen ist mit 504 Kilogramm je Einwohner pro Jahr überdurchschnittlich hoch (Durchschnitt: 462 Kilogramm) und die Recyclingquote ist leicht unterdurchschnittlich (44,4% im Vergleich zu 46,5%).
In der Kategorie Wirtschaftskraft (gemessen an der Wirtschaftsleistung, den öffentlichen Finanzen und der Innovationsfähigkeit) erreicht die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt lediglich Platz 43. Ursache für die schlechte Platzierung sind vor allem die schwachen Werte im Bereich Wirtschaftsleistung (Rang 48): So erreicht etwa das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf nur 27.876 Euro (Durchschnittswert: 36.951 Euro). Auch das verfügbare Einkommen je Einwohner von 15.556 Euro bleibt unter dem Mittelwert der 50 größten Städte Deutschlands (18.498 Euro). Niedrigere Werte beim verfügbaren Einkommen und beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf erwirtschaften nur die Bewohner von Leipzig, Halle, Erfurt und Rostock. Auch die Produktivität der Stadt ist unterdurchschnittlich: Die Bruttowertschöpfung pro Erwerbstätigem beträgt 41.775 Euro, der Durchschnittswert liegt bei 54.286 Euro.
Überdurchschnittlich gute öffentliche FinanzenAber nicht nur die geringe Nachhaltigkeit der Wirtschaftsleistung, sondern auch die niedrige Innovationsfähigkeit (Platz 47) tragen zur geringen Nachhaltigkeit der Wirtschaftskraft der Stadt bei: Die Zahl der Gewerbeneugründungen und -zuzüge in Relation zu 10.000 Bewohnern beträgt 88,3 (Durchschnitt: 102,5). Der Anteil der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung, wissensintensiven Industrien und kreativen Branchen ist deutlich geringer als in den übrigen Städten. Deutlich besser schneidet die Landeshauptstadt dagegen bei den öffentlichen Finanzen ab, wo sie Platz 14 im Teilranking belegt. Magdeburg ist mit 825 Euro pro Kopf (Durchschnittswert: 1.886 Euro) weit unterdurchschnittlich verschuldet. Allerdings sind die Steuereinnahmen pro Einwohner mit 449 Euro in der Stadt vergleichsweise niedrig (Durchschnittswert: 659 Euro).
Bei den für die nachhaltige Lebensqualität wichtigen sozialen Faktoren Demografie, Sicherheit sowie Gesundheit, Erholung und Gemeinwesen rangiert die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt mit 232.000 Einwohnern auf Platz 45. Den vorletzten Platz belegt sie im Bereich Demografie. Das Verhältnis zwischen Männer und Frauen ist deutlich unausgewogener als im Schnitt der Städte. Und auch der Mix aus älteren und jungen Menschen (Altersquotient) ist mit 27,0 % schlechter als bei den anderen untersuchten Städten (Schnitt: 24,1 %). Im Bereich Sicherheit rangiert die Stadt auf Platz 39. Mit 13.183 Straftaten (Durchschnittswert: 10.509) jährlich pro 100.000 Einwohner weist Magdeburg überdurchschnittlich viele Delikte auf. Die Aufklärungsquote beträgt 56,6 % und ist damit leicht überdurchschnittlich (Durchschnittswert: 54,9 %). Im Teilbereich Gesundheit, Erholung und Gemeinwesen erreicht die Stadt einen sehr guten Rang 9. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 79,5 Jahren (Durchschnittswert: 79,8 Jahre). Die Zahl der Bewohner, die ein Arzt versorgen muss, ist mit 460 besser als der Durchschnittswert von 479 Einwohnern. Mit 100 Krankenhausbetten pro 10.000 Bürger sind die Magdeburger besser versorgt als der Durchschnitt der untersuchten Städte (89 Betten). Der Anteil der Erholungsflächen an der gesamten Stadtfläche ist mit 12,6 % nach Halle (15,1 %) der zweithöchste Wert aller Großstädte (Durchschnitt: 6,9 %).„Magdeburg hat große relative Defizite im Bereich Soziales. So ist etwa die Kriminalität hoch. Zum anderen sind die demografischen Faktoren wenig nachhaltig. Würde es Magdeburg schaffen, sich bei der Zahl der Kriminaldelikte und der Aufklärungsquote auf das – sehr gute – Niveau von München zu verbessern und gleichzeitig das Geschlechtermissverhältnis durch die Verbesserung der Lebensqualität für Frauen auf den Durchschnittswert der zehn größten Städte zu verbessern, würde die Stadt im Ranking um neun Plätze auf Rang 28 klettern“, sagt Dr. Jonas Dovern von Kiel Economics.

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik


21. September

Marktplatz Zukunft:   Auftakt zur Aktionswoche +++ Stäfteachter:   Ruderduell... [zum Beitrag]

25. September

Salztorstraße   Schönebecker Fußgängerzone mit Schattenseiten... [zum Beitrag]

22. September

Sieben Dome:   Eine Einladung zum Reisen +++ Ü-18 Wahl:   So hätten Kinder... [zum Beitrag]

7. Oktober

IHK und HWK:   Unternehmerlobby für Großbaustellen +++ Dorgenberatung:  ... [zum Beitrag]

24. September

Schutzengel:   Mädchen bremsen Jungs aus +++ Lärmschutz:   Entlastung... [zum Beitrag]

23. September

Einstürzende Altlasten:   Drohende Katastrophe in Morsleben? +++ Weiterbildung:  ... [zum Beitrag]

13. Oktober

Schnupper Studientag:   Vor dem Studium Fragen stellen +++ Bauwerk 2008:  ... [zum Beitrag]

30. September

Kick Start:   Hier ging es nicht um Mopeds +++ Integration:Bildungsangebote für Migranten... [zum Beitrag]

Reisezeit September 2009

Aufbruch in die Gotik 800 Jahre Magdeburger Dom Historische Stadtführungen durch Magdeburg [zum Beitrag]